Aus senkrechten Pinselzügen in Grau, Blau, Gelb und Weiß tritt eine große kopfartige Gestalt hervor. Ein gelb gefasstes Auge blickt aus der rechten Bildhälfte. Die Farbe läuft in Schlieren nach unten, sodass die Figur sich gleichzeitig zu bilden und wieder aufzulösen scheint.

Das Auge, das sich erinnert

Es gibt Blicke, die uns beobachten. Und es gibt Blicke, die etwas wissen.

Diese Gestalt ist nicht plötzlich entstanden. Sie war schon lange da, verborgen unter Schichten aus Farbe, Dunkelheit und Bewegung. Irgendwann begann sie sichtbar zu werden. Erst eine Kontur. Dann ein Gesicht. Schließlich dieses eine Auge.

Doch worauf richtet sich sein Blick?

Vielleicht schaut es gar nicht nach draußen. Vielleicht bewacht es etwas, das längst vergessen werden sollte. Eine Erinnerung. Einen Menschen. Einen Ort, den es möglicherweise nie gegeben hat.

Je länger man vor dem Bild steht, desto schwieriger wird die Frage: Beobachtest du das Bild oder hat das Bild längst begonnen, dich zu beobachten?